Stabsfähnrich & Spieß der Zivilverteidigung


Zu sehen ist eine Jacke zur Dienstuniform eines Stabsfähnrich der Zivilverteidigung im Zeitraum 1978 - 84 mit maschienengestickten Kragenspiegel.

Die Jacke ist von 1980 (E) und wurde getragen, alle Effekte sind original vernäht, von einer "Bastelarbeit" kann man hier definitiv nicht ausgehen. Ab 1978 trugen die Angehörigen der Zivilverteidigung in aktiven Dienst die neue Uniform im Stil der NVA, aber mit ihren malinofarbigen Effekten, insbesondere dem Ärmelband mit der Aufschrift Zivilverteidigung.

 

Nach der Dienstvorschrift wurden aber zwei Dienstgrade bei der Zivilverteidigung nicht geführt, zum einen der Stabsgefreite zum zweiten die Dienstgradgruppe der Fähnriche. Trotzdem wurden Schulterstücke für Fähnriche der Zivilverteidigung produziert.

Ab 1978 wurde auch die Dienststellung Hauptfeldwebel ( Spieß) bei der Zivilverteidigung geführt. In Beeskow befand sich das Institut der Zivilverteidigung, die Höchste Lehreinrichtung der Zivilverteidigung. 1979 wurde dem Institut der Status einer Lehreinrichtung mit Hochschulcharakter und ab 1982 das Diplomrecht verliehen. Ab 1983 wurde auch am Institut die 4. Jahres Ausbildung für Offiziersschüler eingeführt.

Neben dem Offiziersschulbetrieb wurden am Institut die Qualifizierungslehrgänge für Kommandeure der Einsatzkräfte ab Ebene »Bereitschaft« sowie Umschulungslehrgänge für Offiziere durchgeführt, die von anderen bewaffneten Organen der ZV zuversetzt wurden. Auch erfolgte in Halbjahreslehrgängen die Ausbildung der Unteroffiziere im begrenzten Umfang.

Daher würde es aus diesem Blickwinkel Sinn machen, das spätestens ab 1983 bei kasernierten Offiziersschülern in Beeskow ein Spieß logisch gewesen wäre. Einen erfahrenen Fähnrich dafür zu nehmen, kann man durchaus für realistisch halten.

Interessant wäre der Personalschlüssel des Institut oder hierzu auch Informationen ehemaliger Hauptamtlicher der Zivilverteidigung.

 

Shown is a jacket for the service uniform of a Stabsfähnrich of the Zivilverteidigung from the period 1978–1984, featuring machine-embroidered collar patches.

The jacket dates from 1980 (E) and was worn. All insignia are originally sewn onto the jacket, so there is definitely no reason to assume that this is a “put-together” or modified piece.

From 1978 onwards, active-duty members of the Zivilverteidigung wore the new uniform based on the NVA style, but with their malino-colored insignia, particularly the sleeve band bearing the inscription “Zivilverteidigung”.

According to the service regulations, however, two ranks were not officially used in the Zivilverteidigung: Stabsgefreiter and the rank group of Fähnriche. Nevertheless, shoulder boards for Fähnriche of the Zivilverteidigung were produced.

From 1978 onwards, the position of Hauptfeldwebel (Spieß) was also established within the Zivilverteidigung. The Institute of the Zivilverteidigung was located in Beeskow and served as the highest educational institution of the Zivilverteidigung. In 1979, the institute was granted the status of an institution of higher-education character, and from 1982 it was authorized to award diplomas. From 1983 onwards, a four-year training program for officer cadets was also introduced at the institute.

In addition to the officer school program, the institute conducted qualification courses for commanders of operational forces from the level of “Bereitschaft” upwards, as well as retraining courses for officers transferred from other armed organs to the Zivilverteidigung. NCOs were also trained there to a limited extent in six-month courses.

From this perspective, it would therefore make sense that, by no later than 1983, there would have been a Spieß among the barracked officer cadets in Beeskow. Considering an experienced Fähnrich for this position can certainly be regarded as realistic.

It would be interesting to know the personnel structure of the institute, or to find information from former full-time members of the Zivilverteidigung.

 

~CE